17. August 2015

mit/teilungs/bedürftig [pp33]

immer das gefühl mit dabei zu sein.
am puls der zeit, den trend (mit-) gemacht haben.
auf den neuesten hashtag-zug aufgesprungen,
am besten noch bevor er abfährt.
teilen...alles teilen.
mein haus, mein auto, mein kind.
mein frühstück, mein einkauf, meine trennung.
wer teilt, ist nicht allein.

das leben in der auslage,
für die halbanonyme netzweltöffentlichkeit
ins perfekt ausgeleuchtete selfie-licht gerückt.
bedürftigkeit als schlüsselwort.
im außen suchen, was innen nicht zu finden ist.
der schrei nach aufmerksamkeit
wird zum taggen, liken, sharen.

der düster-einsilbige statusbericht
in der hoffnung auf ein "alles gut?"
aufgekratzte, gewollt-gewitzte wortspiele
auf der suche nach dem charmant-sarkastischen satz des tages.
wie viel resonanz braucht der selbstwert?
wie viele likes braucht das ego?



NEED to communicate

always the impression of being involved
up-to-date, (re)creating the trend.
jumping the latest hashtag-bandwagon
at best before it departs.
share...share everything.
my house, my car, my kid.
my breakfast, my haul, my break-up.
who shares is not alone.

life on display,
perfectly illuminated selfie-exposure
for the half-anonymous webpublic
neediness as the key word.
searching on the outside what cannot be found inside
the cry for attention
becomes tagging, liking, sharing.

the sinister-taciturn status report
in hope for a "you ok?"
psyched, deliberatly cunning puns
in search of the charmingly sarcastic quote of the day.
what amount of response does the self-esteem need?
what amount of likes does the ego need?

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