7. September 2015

dear friend who loves to analyze [pp33]

dear friend who loves to analyze,
who I consider kind of wise:
I really did appreciate
the way we once did compensate
eachother's quirks and flaws.

but nowadays you're kind of lazy,
your analytics getting hazy.
my reasoning hushed with a wipe
and labeled with a stereotype.
I wonder what's the cause.

dear friend who loves to analyze:
don't let me puzzle 'bout the why's.
I miss the time we were completing
eachother's thoughts. now we're repeating
what's said and done before.

maybe it's just that you're expecting
that I would be more self-reflecting.
I shouldn't need you for that matter,
but honestly: we both know better
you're the Loki to my Thor.

17. August 2015

mit/teilungs/bedürftig [pp33]

immer das gefühl mit dabei zu sein.
am puls der zeit, den trend (mit-) gemacht haben.
auf den neuesten hashtag-zug aufgesprungen,
am besten noch bevor er abfährt.
teilen...alles teilen.
mein haus, mein auto, mein kind.
mein frühstück, mein einkauf, meine trennung.
wer teilt, ist nicht allein.

das leben in der auslage,
für die halbanonyme netzweltöffentlichkeit
ins perfekt ausgeleuchtete selfie-licht gerückt.
bedürftigkeit als schlüsselwort.
im außen suchen, was innen nicht zu finden ist.
der schrei nach aufmerksamkeit
wird zum taggen, liken, sharen.

der düster-einsilbige statusbericht
in der hoffnung auf ein "alles gut?"
aufgekratzte, gewollt-gewitzte wortspiele
auf der suche nach dem charmant-sarkastischen satz des tages.
wie viel resonanz braucht der selbstwert?
wie viele likes braucht das ego?



NEED to communicate

always the impression of being involved
up-to-date, (re)creating the trend.
jumping the latest hashtag-bandwagon
at best before it departs.
share...share everything.
my house, my car, my kid.
my breakfast, my haul, my break-up.
who shares is not alone.

life on display,
perfectly illuminated selfie-exposure
for the half-anonymous webpublic
neediness as the key word.
searching on the outside what cannot be found inside
the cry for attention
becomes tagging, liking, sharing.

the sinister-taciturn status report
in hope for a "you ok?"
psyched, deliberatly cunning puns
in search of the charmingly sarcastic quote of the day.
what amount of response does the self-esteem need?
what amount of likes does the ego need?

27. März 2015

Ich PIN dann mal wieder da. Oder: Man wird ja wohl noch träumen dürfen...

Ja, WG-Leben ist schön.
WG-Leben ist abwechslungsreich.
WG-Leben ist manchmal auch ganz schön anstrengend.
Und WG-Leben könnte manchmal auch schöner...aussehen.

Momentan aber sieht es - rein räumlich gesehen - im wahrsten Sinne des Worte ausbaufähig aus und das lässt meine Gedanken zur Zeit immer öfter in schöner-wohnen-gleiche Traumwelten abdriften, in denen ich idealerweise in sonnendurchfluteten Wohnküchen auf individuell aufgearbeiteten Flohmarkt-Stühlen an rustikalen und riesengroßen Massivholz-Tischen sitze und mich an dem frisch restaurierten 70 Jahre alten Buffetschrank sattsehe.
Kann es noch klischeemäßiger werden? Vermutlich ja.
Zum Glück konnte ich das wahre Ausmaß der Ideen-Reiz-Überflutung noch so lange unterdrücken, bis meine Klausurenphase beendet war (und es wäre wirklich ein allzu verlockendes Prokrastinationsfeld gewesen) und habe erst jetzt dieser neu aufgeflammten Leidenschaft für Inneneinrichtungsträume nachgegeben.
gedanken/macher auf Pinterest
Bisher muss sich das Ganze allerdings weiterhin auf der imaginären Ebene bewegen, da sich solche Spielereien weder in der aktuellen Wohnung (aus Platz- und diversen anderen Gründen) realisieren lassen, noch derzeit die Chance auf ein idealeres Fleckchen zum Leben besteht.
Und so hüpfe ich jetzt also dann doch auf den Pinterest-Zug auf, den ich dank Instagram bisher immer für recht überflüssig gehalten habe, der aber doch irgendwie etwas ganz anderes bieten kann.
Und dort horte ich jetzt meine großen und kleinen Wohn-Utopien von der kuschelig-coolen Traum-WG... bis ich sie vielleicht irgendwann mal so oder ganz anders in die Tat umsetzen kann.

Und so lange ist das WG-Leben manchmal eben ganz schön anstrengend.
Und doch sehr abwechslungsreich.
Und irgendwie auch so ganz schön.