31. Juli 2014

die schatten unserer mütter

die harten, klarumrissenen,
die nur schwarz und weiß kennen.
die nur weiß dulden
und doch selbst kein licht bieten.
deren erwartungen und kälte dein licht schlucken,
wenn du ihnen nicht rechtzeitig entkommst.

und die schwachen, diffusen,
die klare linien vermissen lassen.
die sich entziehen
und mehr fragen als antworten bieten.
die in ihrer eigenen hilflosigkeit durchs dunkel irren
und dich nie finden lassen, was du suchst.

und die übermächtigen, ewigen,
die überall zu sein scheinen.
die ihren schatten verleugnen
und meinen dir doch alles zu bieten.
die dich mit dunklen fingern zu halten versuchen,
bei jedem schritt, den du ins licht gehen willst.
 

und endlich herausgelöst aus ihrem schatten,
stehst du schließlich blinzelnd im licht.
und drehst dich erst befreit um dich selbst,
nur um mit schrecken festzustellen,
dass auch du schatten wirfst.
und mit faszination und angst gleichermaßen
suchst du in diesen formen nach dem,
was du aus der dunkelheit mitgenommen hast.