28. August 2013

Stehaufmädchen

Zieht mir den Boden weg,
stürzt mich aus großen Höhen,
bindet mich mit Fesseln,
nehmt mir alles, was mich scheinbar aufrecht hält.

Doch ich spüre den Grund unter mir,
bin nicht so leicht zu zerbrechen,
warte geduldig auf eine Chance mich freizukämpfen,
richte mich immer wieder auf.

Selbst wenn sich alles in mir sträubt,
ich am liebsten liegen bleiben und
mich geschlagen geben würde,
letztendlich stehe ich doch wieder auf.

Immer.




23. August 2013

das eine [mix/tape]

Inmitten all dieser Menschen hat man selten das Gefühl allein zu sein und doch kann Einsamkeit dafür sorgen, dass man sich innerlich irgendwie tot fühlt.
So geht es ihr jedenfalls.
Auch wenn es unmöglich ist, alle Zusammenhänge zu verstehen, ertappt sie sich immer wieder dabei, dass sie es versucht.
Und ausgerechnet jetzt ist er ihr über den Weg gelaufen und sie fragt sich, was es damit wohl auf sich hat.
Haben sich ihre Wege vielleicht nur deshalb gekreuzt, damit er ihr einige Zeit durch den Kopf schwirrt und dann wieder verschwindet? Oder ist er vielleicht der Grund dafür, dass sie einfach mal alle Bedenken und den falschen Anstand über Bord wirft?

Diese Welt ist wirklich schon deprimierend genug. Eigentlich wollen wir doch alle nur frei und glücklich sein. Oft ist sie erstaunt darüber, wie leicht es ihr nach Rückschlägen fällt, wieder daran zu glauben, dass alles gut werden kann. Auch jetzt wieder. Das hier könnte es sein. Das Eine.
Was ist, wenn es den Richtigen da draußen gar nicht gibt? Wenn man eigentlich immer nur damit beschäftigt ist, ihn zu suchen, aber dann feststellen muss, dass es eigentlich vielmehr eine ganze Menge an brauchbaren Alternativen gibt? Doch es bleibt natürlich die Frage, was das Rezept dafür ist, dass es mit diesen Alternativen dann tatsächlich funktionieren kann. Die Chemie muss stimmen, sagen die Leute. Doch reicht das? Oder muss das überhaupt sein? Und wenn ja, welche Art von Chemie?
Sie hat das Gefühl, auf die Chemie kann sie bei ihnen beiden nicht zählen. Vielleicht sind sie sich nur über den Weg gelaufen, um sich gegenseitig vollkommen von den Socken zu hauen. Oder aber auch, um sich gegenseitig in den Wahnsinn zu treiben. Wer kann das schon wissen?
Was es so spannend macht, ist doch die Tatsache, dass man es nicht weiß. Und zumindest eines kann sie mit Gewissheit sagen, nämlich dass es so noch nie gewesen ist. Vielleicht könnte es das also sein, das Eine.

Die entscheidende Frage ist aber natürlich, was er darüber denkt. Sie könnten dem Ganzen eine Chance geben, es versuchen. Man weiß ja nie. Eventuell sind sie ja sowas wie Seelenverwandte. Aber vielleicht auch nicht. Aber vielleicht ja doch. Tatsache ist, dass man es nie erfahren wird, wenn man es nicht versucht. Man könnte vielleicht noch jemand besseren finden. Aber wie gut stehen die Chancen dafür? Man kann einfach nie wissen, ob das, was man in diesem Moment hat, das Eine ist.
Wenn sie beide jetzt immer noch im Grunde allein sind, weiß sie warum.
Es ist so leicht immer Ausreden zu finden, warum man manchen Dingen gar nicht erst eine Chance einräumen will. Aber sie hat es so satt sich zu verstecken, so satt allein zu sein. Sie will, dass er bleibt, sie will sich von ihm mitreißen lassen. Und herausfinden, ob es das vielleicht ist. Das Eine.



[Songgeschichte zu "the one" von Limp Bizkit]

Link zum Song auf YT

18. August 2013

Die dunkle Seite [pp33]

willkommen auf der dunklen seite.
kekse gibt es leider keine.
mancher suchte schon das weite.
wirst erleben, was ich meine.
nach außen ist doch nur fassade.
starke worte, schöner schein.
was ich so innendrin ablade,
weiß keiner, lass keinen rein.
und in manche dunklen ecken
schau ich nicht mal selber hin.
habe angst dort zu entdecken,
dass ich noch ganz anders bin.
um alleine dort zu stehen,
ist das echt kein schöner ort
wünschte, es würd einer mitgehen,
hielte mich zurück von dort.
mag sein, dass das komisch klingt,
doch ich sag es, wie es ist:
ich will, dass jemand licht da reinbringt
und vielleicht du der jemand bist.











11. August 2013

meine träume und alle anderen [mix/tape]

Als ich noch klein war, hatte ich all diese aufregenden Träume vom Leben. Aber natürlich waren das alles kleine oder größere Hirngespinnste. Die netten kleinen Lügen, die man sich selbst erzählt, wenn man an etwas Schönes denken möchte, weil alles andere sich gerade nicht so gut anfühlt.
Mit 17 hatte ich dann sogar noch tollere Träume. Jetzt bin ich über 30 und muss erkennen, dass ich davon so weit entfernt bin, wie man nur sein kann. Wenn ich könnte, würde ich mir jetzt wieder etwas besseres überlegen, einen neuen, einen noch tolleren Traum... aber ich bin nicht sicher, ob ich das kann.
Alle meine Freunde, alle Liebhaber ziehen an mir vorbei. Und ich bin immer noch auf der Suche. Doch wie man's auch nimmt. Ich hoffe eigentlich nur, dass ich irgendwie einen Weg, meinen Weg durch diese Welt finde.
Eines Tages im Herbst habe ich mich dabei ertappt, dass ich dachte, wie traurig diese Blätter aussehen, wenn sie da so auf den schmutzigen Boden fallen. Und ich dachte, wenn ich könnte, würde ich sie wieder zurück nach oben an die Bäume hängen. Aber das geht nicht. Tja, manchmal hat man wohl einfach einen schlechten Tag. Und ich muss wohl versuchen einen besseren Weg finden, um mit den Dingen, die ich tue und den Dingen, die ich tun sollte, klarzukommen. Sonst werde ich immer nur hinterher laufen, wenn alle anderen ihren Spaß haben.
So oder so wünschte ich, ich hätte bestimmte Momente meines Lebens mehr genießen können, hätte jeden Sonnenstrahl mitgenommen. Hätte mir die Zeit genommen, herauszufinden, ob der eine oder andere eventuell der eine hätte sein können. Aber dann werde ich das eben ab jetzt tun.
Irgendwo da draußen ist jemand für mich,wartet auf mich. Vielleicht, wenn ich meine Einstellung zu den Dingen ändere, wird er mir näher kommen. Vielleicht bin ich ihm schon näher, als ich glaube.
Ich erwarte ja keine Wunder, kein Model oder keinen Filmstar. Ich möchte jemanden, der neue Träume zum Leben erwecken kann. Ich wünsche mir einfach einen neuen Platz, wo ich meinen Kopf hinbetten kann, zur Ruhe komme, wieder lerne zu träumen.
Denn wenn ich im Moment träume, dann muss ich am nächsten Morgen nur immer wieder feststellen, dass ich mich doch nicht geändert habe. Ich wache auf und bin immer noch die Gleiche. Alle mein Freunde, meine Liebhaber haben sich weiterentwickelt, strahlen wie die Sonne... Und ich kann mich nur umdrehen und das alles hinter mir lassen.
Wie man es auch dreht und wendet. Ich werde wieder von vorn anfangen zu träumen. Ich warte nur auf neuen Tag.



[Songgeschichte zu "all my friends" von Counting Crows]


Der Song zum Text bei YT.



plus...minus...

Ob das, was man hat oder bekommt oder will, ein Plus ist oder ein Minus, 
hängt davon ab, ob man in Summen oder Differenzen denkt.

Ob eine Addition zweier Werte eine positives oder negatives Ergebnis bringt,
hängt davon ab, ob beide dasselbe Vorzeichen mitbringen.

Zusammenzählen was einen Bruch hat, gelingt nur,
wenn man sich auf einen gemeinsamen Nenner einigen kann.

Es ist möglich mit einer Reihe unbekannter Faktoren zu rechnen,
aber eine Lösung wird schwierig,
wenn man nicht auf beiden Seiten das Gleiche ausklammern kann.


7. August 2013

die Geister, die ihr ruft [mix/tape]

Ihr könnt euch eure geheuchelte Sympathie sonst wohin schieben! Und wenn ihr meint, dass es weh tut, was ihr sagt... nun, mit Schmerz habe ich gelernt umzugehen, das macht mir gar nichts.
Eure Worte sind Nahrung für mich, ich verschlinge eure verlogene Seele und mein Lachen klingt dabei wie das eines wahnsinnigen Lemuren. Ja, ihr könnt euch gerne zurück in das Loch verziehen, aus dem ihr gekrochen seid.
Ich kann euch nicht verleugnen. Dass ihr da seid, lässt sich nunmal nicht ändern. Aber verdammt nochmal, ich bin nicht gezwungen euch auch noch Beachtung zu schenken! Ja, wenn ihr mir immer wieder Stiche versetzt, verletzt mich das und das werde ich auch nicht vollkommen abstellen können. Aber ich stelle mir dann einfach vor, ich wäre wie eine Wolke und hülle euch in meinen Regen. Und wenn ihr nicht aufhört, mich zu verletzen, kann es sein, dass ich euch irgendwann versehentlich ertränken werde.
Und ja, ich weiß, dass sich das ein bisschen durchgeknallt anhört...
Aber ihr könnt nicht einfach so die Tür öffnen und hinausspazieren. So läuft das nicht! Ihr haltet euch vielleicht für wahnsinnig speziell und einzigartig, aber das seid ihr überhaupt nicht. Ich kenne Leute wie euch. Ihr seid absolut nichts Besonderes. Von mir aus lauft doch vor dem Feuer weg, das ihr selbst gelegt habt. Ihr werdet so einen Mist immer wieder abziehen, aber ihr werdet nicht daraus lernen. Nie.
Schaut nur weiterhin von oben auf mich herab, als ob ihr etwas Besseres wärt. Setzt ruhig euer falsches Lächeln auf, während ihr versucht mich fertig zu machen. Denn eins ist sicher: ich werde immer wieder aufstehen und es gibt für mich überhaupt keinen Zweifel daran, dass ihr mich nicht kleinkriegen werdet. Ich bin ein Stehaufmännchen. Ihr könnt mich noch so oft niederschlagen, aber ihr werdet mich nicht unten halten können.
Ihr haltet euch wahrscheinlich für unbezwingbar, für furchtlos. Ihr meint, ihr seid immer im Recht. Klar, in der Gruppe seid ihr stark. Ich sag euch was: Ihr macht euch da nur etwas vor. Wenn ihr nämlich allein seid, im Dunkeln eures Zimmers, dann war's das mit eurer Stärke. Dann frisst euch eure Angst auf. Die Angst vor den Geistern, die ihr selbst gerufen habt, kriecht dann in eure kleinen Mitläuferköpfe und das wird euch verfolgen, bis zum Ende aller Tage.
Ihr könnt da nicht so einfach wieder raus. Solange ihr das immer wieder mit jemand schwächerem macht und nicht aus euren Fehlern lernt, wird euch das ewig verfolgen.


[Songgeschichte zu "skeletons & spirits" von Allison Crowe]

Link zum Song auf YT.

6. August 2013

Der Kern der Zwiebel

Selbst bei der hundertsten Zwiebel
werde ich mich noch dabei ertappen,
dass es in meinen Fingern juckt,
sie Schicht für Schicht auseinander zu nehmen.
Immer bewusst in der kühnen Hoffnung
irgendwann unter all den Tränen,
die so eine Prozedur mit sich bringt,
tatsächlich einmal einen Kern zu finden,
der dann als lebender Beweise dient,
dass all das Suchen zuvor nicht umsonst war.