30. Juni 2013

moshpit lover

we slam into each other
push us around hard
until we live the beat

i feed on your energy
love the body contact
and welcome the pain

seek the wall of death
where we smash our doubts
pogo to exhaustion

i need the excitement
take the bruises with me
and come back again


29. Juni 2013

Drei Affen

Nicht hören
auf den Kopf, der längst weiß, dass das nicht gutgehen wird.

Nicht sehen,
was offensichtlich ist, weil es wehtun würde.

Nicht sagen,
was man wirklich fühlt, weil es nichts ändern würde.

25. Juni 2013

Körperkino

Kör │per │ki │no, das, -s (Neologismus)

Auf etymologischer Ebene eng verwandt mit dem Begriff Kopfkino. Während dieses die gedanklich-bildliche Assoziation mit einem gehörten oder gelesenen Begriff beschreibt, geht das Körperkino noch eine Stufe weiter.
Hierbei handelt es sich um konkrete physiologische Erfahrungswerte, die man mit dem gleichzeitig erfolgenden Kopfkino verbindet. Die entstehenden körperlichen Wahrnehmungen lassen sich dabei in folgende Kategorien unterteilen:

1) Erregung
Durch Hören oder Lesen von als sexuell stimulierend empfundenen Aussagen kommt es zu geschlechtstypischen Erregungserscheinungen. Besonders intensiv werden diese Reaktionen bei neuen Assoziationen (vgl. Abenteuer) erlebt, jedoch tritt bei inflationärer Verwendung des immer gleichen Reizes das aus der Psychologie bekannte Phänomen der Gewöhnung ein.
Von Körperkino im Sinne der Erregung kann auch nur dann gesprochen werden, wenn nicht auch gleichzeitig die direkte körperliche Stimulation (durch Partner oder allein) erfolgt.

2) Ekel
Hier wird durch das Kopfkino unmittelbar auch ein Ekelreiz in körperlicher Ausprägung, beispielsweise in Form von Schaudern, Gänsehaut oder Würgereiz, als Körperkino erlebt. Wie bei der Erregung ist die Intensität abhängig von individuellen Schwellen und der Gewöhnung.
Weit verbreitet ist das Erleben von Co-Übelkeit ausgelöst durch das Hören von Erbrechensgeräuschen.

3) Schmerz
Beim Körperkino im Sinne der Schmerzempfindung lässt sich besonders stark ein geschlechterspezifisches Mitempfinden nachvollziehen. Männern fällt es beispielsweise besonders leicht Untergürtellinienschmerz aus Schilderungen mit eigenem Erleben zu assoziieren, während es bei Frauen bekannte körperliche Schmerzsymptome wie Regel- oder (wenn bereits erlebt) Geburtsschmerzen sind.
Als geschlechterübergreifendes Körperkino werden Beschreibungen von eingewachsenen Zehennägeln, Wurzelbehandlungen oder Hammerschlägen auf Daumen (oder andere Finger) angesehen.

24. Juni 2013

freischwimmer

in offenem wasser
unter mir 
manchmal beunruhigende tiefen
schwimmflügel abgelegt
kein beckenrand
kein strand in der nähe

lege mich flach ins wasser
lasse mich treiben
scheinbare schwerelosigkeit
wellen tragen mich
salz auf den lippen
rauschen im ohr

 allein schwimmen
nicht mehr an bojen klammern
nicht nach rettungsringen schreien
leuchttürme links liegen lassen
kein s.o.s.
einfach schwimmen

frei


23. Juni 2013

Akrostichon [pp33]

Uneins mit dem Schicksal,
Nicht Willens, nicht
Bereit sich zu fügen.
Eigensinnig an dem festhalten,
Zu was man sich bestimmt sieht.
Willensstärke zeigen.
Innere Ruhe finden.
Niemals die Hoffnung verlieren.
Grenzen überschreiten,
Bevor sie einen beschränken.
An sich glauben. Verdient eines:
Respekt.




Mehr zum Poesie-Projekt pp33 gibt's HIER.

19. Juni 2013

Abkühlung

Kalt duschen. Mit beiden Autofenstern offen fahren. Die Haare zerzausen lassen vom Wind. In den See laufen. Zwei Kühlpacks aus dem Gefrierschrank holen und an die Wangen legen. Funkstille durchhalten. Die Füße in die Ruhr halten. Klimaanlage voll aufdrehen. Eiswürfel lutschen. Schatten suchen. Ein paar Minuten länger als nötig vor der offenen Kühlschranktüre stehen bleiben. Nicht ständig auf's Handy schauen. Eiskaltes Bier trinken. Oder Coke bei drei Grad. Möglichst wenig anziehen. Fächern. Den Kopf wieder klar kriegen. Den Ventilator auf vollen Touren laufen lassen. Calippo lecken. Ein Kinderplanschbecken kaufen. Im Keller verkriechen. Nackt schlafen. Frozen Margherita trinken. Im Supermarkt an der Kühltheke abhängen. Socken einfrieren. Auf den Fliesenboden legen. Ans Meer fahren. Bauch ignorieren. Nachts Fahrrad fahren. Ins Freibad einbrechen und nacktbaden.
Unter dem Rasensprenger herlaufen. Eiskaltes Wasser in die Bügelsprühflasche füllen. Eiskaffee machen.


Abkühlen. Klappt nicht.



16. Juni 2013

50f - schwer.


schwer. - 

gleichung mit einem unbekannten.
oft aufgestellt, ergebnis vermutet,
immer falsch, immer gewusst:
mathe ist scheiße.


packpapier - filzstift - juni 2013

mehr zum Fotoprojekt 50f gibt's HIER.



15. Juni 2013

entgrätet (2008) - ein Rückblick

Folgende Zeilen stammen aus einem Text, den ich 2008 auf neon.de veröffentlicht hatte. Gestern fiel er mir in die Hände und auch wenn ich nicht mehr von ihm als Ganzes überzeugt bin, hat mich dieser Abschnitt irgendwie in besonderem Maße berührt, weshalb ich ihn hier teilen möchte.

 

Entgrätet (Auszug)


[...] So ungeduldig und rücksichtslos das Gefühl auch aus einem herausdrängen möchte, so gehört doch eine gehörige Portion Rückgrat dazu, das Herz gleich einem Stück Fleisch oder einem fangfrischen Fisch auf den Tresen zu legen und zur Begutachtung freizugeben.
Verletzlich ist es, wie es da so liegt. Nicht nur die schönen Seiten werden auf diese Weise offensichtlich. Auch die Makel, die Schwächen und Unzulänglichkeiten legt ein ehrlicher Mensch wie sie auf diese Weise bloß.
Was aber, wenn der andere nicht wirklich an diesem filetierten Leben interessiert ist?
Wenn er sich umdreht und geht?
Hochmotiviert hat sie ihm ihr Innerstes gezeigt, nur um festzustellen, dass es ihm im besten Fall einfach nur egal, im schlimmsten Fall zuwider ist.
Wie entgrätet liegt sie da und kommt sich so unglaublich hilflos vor.
Die Überwindung, sich zu öffnen, entwertet.
Der Wunsch, sich mitzuteilen, ins Lächerliche gezogen.
Die Hoffnung, geschätzt zu werden, zerrieben.
Kann man einmal Filetiertes wieder zusammensetzen?
Sie wird es herausfinden müssen. [...]


14. Juni 2013

Der Anker in mir.

Manchmal frage ich mich, was passieren müsste, dass es mich wirklich dauerhaft oder sogar endgültig von den Füßen haut?

Es können sanfte Lüftchen, steife Brisen, Stürme und Orkane kommen. Sie werfen mich hin und her, ja. Sie bringen mich aus dem Gleichgewicht und lassen mich auch leiden, aber sie werfen mich nie endgültig um. Ich frage mich, warum das so ist?

Ich glaube, in mir ist ein Anker. Der Anker ist ein Symbol für die Hoffnung, habe ich gelernt. Für mich symbolisiert er aber noch mehr als das. Er ist das, was einen immer am Boden hält und auch wieder aufrichten kann, wenn eine Flut einen umgespült hat. Er hält dich. Beständig und unnachgiebig. An einer Kette.

In mir ist ein Anker. In mir ist Hoffnung. Immer. Es ist scheinbar schicksalhaft, dass meine Eltern mich ausgerechnet auf den Namen Nadine taufen ließen, denn auch dieser Name bedeutet Hoffnung. Es scheint, dass die Hoffnung und ich untrennbar verknüpft sind, so wie ein Schiff mit seinem Anker.

 Natürlich gebe ich auch mal auf. Selbstverständlich habe ich mehr als genug Momente des Zweifels und des Zögerns. Ich hadere mit mir wie jeder andere auch und ich bin bestimmt kein Mensch, der ohne Selbstzweifel durchs Leben geht. Aber die Hoffung ist immer da. Oder zumindest kehrt sie immer zu mir zurück.

Manchmal versteckt sie sich eine Zeit lang. Hält sich zurück, als ob sie mich an meine Grenzen schicken will, damit ich sie auslote und neu stecken kann. Aber sie kommt immer zu mir zurück. Wenn ich mich auf nichts in der Welt dauerhaft verlassen kann und alles zu zerbrechen droht... die Hoffnung ist da.

 Nicht, dass sie mir jederzeit willkommen wäre. Manchmal wünschte ich, ich könnte sie schneller aufgeben und nicht immer wieder neu investieren. Manchmal klammert sie sich verzweifelt an Dinge, die ich im Nachhinein viel früher hätte ändern oder aufgeben müssen. Und dann spüre ich eigentlich nur noch die Kette dieses Ankers. Kein beruhigendes Gefühl der inneren Sicherheit. Nur ein Angekettetsein an leere Versprechen, die ich mir oftmals sogar nur selbst gegeben habe.

 Manchmal ist dieser Anker Ballast, den ich mit mir herumschleppe, anstatt neu zu starten und weiter zu gehen. Aber mit etwas Anstrengung und dem Bewusstsein, dadurch neue Wege gehen zu können, kann ich ihn auch einholen und mich treiben lassen.

Der Anker ist da. Ich trage ihn mit mir, bei mir jeden Tag. Meine Hoffnung darauf, dass immer alles gut werden kann, dass nie alles verloren ist und dass es immer weiter gehen wird, egal wie schlimm es auch kommen mag.








10. Juni 2013

Vom Leben gelernt... [pp33]

Was man einmal sagt, kommt nicht wieder zurück.
Zufriedenheit ist für mich das wahre Glück.

Jeder Fehler ist irgendwie ne Lektion.
Oft hat man das Gefühl: das hatte ich schon.

Sich anpassen können ist nicht immer gut.
Loslassen zu können braucht unheimlich Mut.

Nicht alles, was man glaubt, ist dann auch richtig.
Selbstachtung ist für Beziehungen wichtig.

Ist die Party scheiße, dann sollte man geh'n.
Stimmt's beim Knutschen nicht, lohnt auch kein Wiedersehen.

Sich immer rechtfertigen müssen ist Mist.
Wahre Freunde nehmen dich so wie du bist.




Mehr zu meinem Poesie-Projekt pp33 gibt's HIER nachzulesen!

6. Juni 2013

Phönix

Trage dein altes Leben selbst zu Grabe.
Lass los, was nicht bleiben kann.
Halte fest, was dich stark macht.
Lege deine Zweifel, Sorgen und Ängste in das Nest
und entzünde es mit dem Feuer der Träume,
für die du brennst.
Betrachte die Flammen mit dieser Faszination,
die dir schon immer innewohnte.
Spüre ihre Hitze auf deinem Gesicht.
Finde dich wieder in der erkalteten Glut,
die nüchtern zurückbleibt.
Du bist das Ei.
Du bist der Anfang und kannst alles sein.
Befreie dich und entfalte deine Flügel.
Der Himmel gehört dir.