29. April 2013

Fernheimweh

Fernheimweh, das - , (Neologismus)

Abgeleitet von der geläufigeren Form des gemeinen Heimwehs, also der Sehnsucht nach dem eigenen Wohn- oder Herkunftsort, hat sich das immer häufiger werdende Fernheimweh als psychologisches Phänomen besonders innerhalb der letzten zwei Jahrzehnte ausgeprägt.
Differenzieren kann man mittlerweile zwei Erscheinungsformen, die sich in der Regel wie folgt manifestieren:

1) Der Fernheimweh-Leidende verfügt über eine durchschnittlich positive Assoziationsschnittmenge mit seinem Wohn- bzw. Heimatort. Er fühlt sich dort in angemessenem Maße wohl und hegt keinen ausgeprägten Wunsch dauerhaft etwas an seiner räumlichen Verortung zu verändern.
Aus dieser soliden Heimatgefühlbasis heraus hat er aber - durch Reisen oder entsprechend anschauliches Bild- bzw. Filmmaterial - eine starke emotionale Affektivität für ein anderes räumliches Gebiet (die "Fernheimat" = Fernat) entwickelt, in dem er sich "wie zuhause" fühlt.
Als Fernheimweh (1) wird in diesem Falle die Sehnsucht nach diesem speziellen, dem Wohn- oder Herkunftsort nicht entsprechenden, aber ein ähnliches Empfinden auslösenden Platz bezeichnet.
Um diesem Gefühl zu entsprechen, plant der Fernheimweh-Leidende zukünftig durchschnittlich 60-100% der zur Verfügung stehenden Urlaubstage für Reisen in die Fernat ein. Diese Entscheidung ist aber stets von dem ausgeprägten Sehnsuchtsgefühl geprägt und darf daher nicht gleichgesetzt werden mit dem Gewohnheitsurlauber.

2) Die zweite Form des Fernheimweh-Leidenden durchlebt hingegen eher eine besondere Form der (temporären) Heimatlosigkeit. Er fühlt sich seinem Wohn- und/oder Heimatort nicht in dem Maße verbunden, dass dieser bei ihm ein echtes Heimatgefühl auslösen würde.
Im Gegensatz dazu steht ein - meist diffuses - Sehnsuchtsgefühl nach einer nicht näher definierten Heimat, die nicht selten durch häufigen Wechsel des Lebensmittelpunktes zu erreichen versucht wird. Häufig manifestiert sich das Fernheimweh (2) zunächst in einer negativen Assoziationsschnittmenge mit dem Wohnort, z.B. bei der als frustrierend empfundenen Rückkehr von Reisen.
Als besonders gefährdet gelten Menschen, die bereits in Kindheit, Jugend und jungem Erwachsenenalter eine Vielzahl von Umzügen und Wohnungswechseln durchlebt haben.

28. April 2013

Banalitäten. [pp33]

Liege auf dem Bett und ich
seh die Tapete löst sich.
Irgendwie betrifft es mich.
  Doch ich fühl mich unbelebt.
  Nichts in mir zur Decke strebt.
  Und das Eck bleibt unbeklebt.

Ein Geräusch wird nun erhört,
als mich eine Fliege stört,
ihr Ende heraufbeschwört.
   Doch ich bin schön zugedeckt.
   Hoffe insgeheim verdeckt,
   dass sie von allein verreckt.

Der Kopf sich ans Laken schmiegt
und der Eifer selten siegt,
wenn ringsum die Arbeit liegt.
   Doch ich träum, die Zeit verstreicht.
   Aufstehen zur Kunst gereicht
   und ein Tag dem andern gleicht.
  


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Erster Beitrag für das Poesie-Projekt pp33. Mehr dazu? Link anklicken!


20. April 2013

PP33 - Ein Poesie-Projekt [the poetry project]

Nur noch wenige Begriffe, dann ist das 50f Fotoprojekt für mich durch und ich es juckte mich irgendwie in den Fingern etwas Neues zu starten...

...meine Idee: ein Poesie-Projekt

33 Schlagwörter, 33 Gedichte, 33 Herausforderungen für die Sprachjongleure unter euch (und mich).

Mehr dazu könnt ihr auf meiner neuen Blog-Page nachlesen und ich freue mich SEHR über jeden, der sich für die Idee begeistern kann, mit einsteigt oder die Idee weiterträgt.

Gooooooooo, poetry! ^-^