18. Dezember 2012

Liebes Instagram... es ist aus!

Ach, Instagram... was ist nur passiert? Das war doch noch vor Kurzem alles so schön und easy mit uns.
Du warst so cool und lässig, hast mir nie Stress gemacht und ich hab mich dir nie irgendwie verpflichtet gefühlt.
Und jetzt fängst du auf einmal an so rumzustressen.
:(((
Als ich dich kennenlernte, da war ich so fasziniert von dir und deiner unkomplizierten Art. Mit dir konnte man so wunderbar unverbindlichen Spaß haben.
Immer wenn ich Lust hatte, Zeit mit dir zu verbringen, warst du sofort startklar.
Deinetwegen bin ich sogar viel mehr aus dem Haus gekommen und habe die tollsten neuen Sichtweisen auf die Dinge für mich entdeckt.
Und dank dir habe ich auch jede Menge neue Leute kennengelernt, die ich sonst vermutlich nie getroffen hätte.
Du warst eine echte Bereicherung für mich...

Und jetzt kommst du mir so? Ich weiß nicht, was das soll.
Seit du diese Facebook-Leute kennengelernt hast, bist du einfach nicht mehr wie früher.
Du hast dich verändert.
Auf einmal soll alles, was früher zwischen uns so locker lief, nicht mehr gut genug sein?
Du stresst rum und stellst Besitzansprüche... dabei ist das doch überhaupt nichts Festes zwischen uns gewesen!
Warum sollte ich dir irgendetwas schuldig sein? Warum solltest du ein Recht auf irgendetwas haben, was mir gehört? Spinnst du?

Hör zu, Instagram. Ich weiß, du hast das vielleicht alles gar nicht so gemeint.
Oder vielleicht meinst du es ja doch und bist dir gar nicht im Klaren darüber, dass du damit alles kaputt machst, was zwischen uns war.
Aber ich kann mit so einem klammernden Kontrollfreak, der sich von anderen alles aufzwingen lässt, auch nichts anfangen. Sorry.
Das mit uns hat so einfach keinen Sinn. Ich brauche meinen Freiraum und will mich nicht auf diese Art an dich binden.
Außerdem bin ich total enttäuscht von dir, dass du mir die ganze Zeit etwas vorgemacht und mich in dem Glauben gelassen hast, alles wäre total easy und okay mit dir.
Das war's für mich...
...oder wie deine neuen Freunde von Facebook sagen würden:

DISLIKE!

11. Dezember 2012

50f - kristall.


kristall. - 

wintersonnenglanz und eiseskälte
erwecken die illusion von frühling,
die kristallene schmetterlingsraupe,
in ihrer metamorphose erstarrt.

siebengebirge - großer ölberg - dezember 2012


mehr zum projekt 50f und alle anderen bilder sind zu finden unter bilder/gedanken/machen

10. Dezember 2012

Mittelstreifenfahrer

Mittelstreifenfahrer, der; - , (nur abwertend)
 
Knapp an der Lebensunfähigkeit vorbeischlitternde, vermutlich humanoide Spezies, die sich einzig durch das spezifische Straßenverkehrsteilnahmeverhalten eindeutig definieren lässt.
1) Verhaltensdefinition
Der gemeine Mittelstreifenfahrer zeichnet sich durch konsequente und von der aktuellen Verkehrsdichte unabhängige Nutzung der mittleren Fahrspur aus, die er durch stetige Unterschreitung der von der Allgemeinheit anerkannten Mittelstreifenmindestgeschwindigkeit von 117,7km/h dauerhaft zu blockieren weiß.
Auf subtile Hinweise der anderen Verkehrsteilnehmer wie Lichthupe, Rechts-Überholen oder sanftes Anstupsen mit der Stoßstange reagiert er in der Regel gar nicht oder lediglich durch weiteres Reduzieren des Fahrtempos.
Sein erklärtes Ziel ist es, die Weltherrschaft an sich zu reißen, indem er den Rest der Menschheit nachhaltig in den Wahnsinn treibt.

2) Erscheinungsformen (nachfolgend die drei Hauptvertreter)

a) Windschutzscheiben-Atmer
Durch die nur wenige Zentimeter betragende Sitz-Distanz zur Windschutzscheibe ist es dieser Ausprägungsform des Mittelstreifenfahrers nicht möglich, die entsprechenden Vorrichtungen wie Rück- und Außenspiegel sachgemäß zu bedienen und zu nutzen. Aufgrund der dadurch entstehenden, stark schizophren geprägten Gefühle des Verfolgungswahns und der Klaustrophobie, fühlt er sich nur auf der mittleren Spur bei einem durchschnittlichen Tempo von 92,5km/h wirklich sicher. 
Ist die Fahrbahnbreite auf insgesamt vier Spuren verkleinert bzw. die Sicht durch Nebel, starke Abgasentwicklung des Vordermanns oder mittelintensive Niederschläge beeinträchtigt, nutzt der Windschutzscheiben-Atmer auch gerne eine der Fahrbahnmarkierungen als zentralpositionierte Richtlinie.
Auf die oben angeführten Hinweise der anderen Verkehrsteilnehmer reagiert er mit nervösen Zuckungen, schlingerndem Fahrstil und Schnappatmung. 

b) Holländer
Trotz gegebener räumlicher Nähe zum deutschsprachigen Straßenverkehrs- und Kulturraum bleibt neben den unerklärlichen Vorlieben für Campinganhänger, Skihallen und Einkaufszentren auch die exzessive Nutzung des Mittelstreifens ein Mysterium, welches lediglich Vermutungen zulässt.
Anzunehmen ist, dass der Holländer im Laufe seiner Evolution gelernt hat, unsichere Randgebiete (vergl. Küstenstreifen) möglichst zu meiden, wenn die Bodenbeschaffenheit nicht eindeutig abzugrenzen ist.
Mit ausreichendem Abstand zu sämtlichen, gefährlich erscheinenden Fahrbahnabgrenzungen fühlt er sich auf der Durchreise in alpine Reisegebiete auch auf bundesdeutschen Autobahnen nahezu heimisch, was er durch sein heimeliges Wohlfühltempo von 111 km/h noch zu untermalen weiß.

c) Hutträger (weibl. auch: Klorollen-Barbie- oder Wackeldackel-Mutti)
Dieser Erscheinungsform des Mittelstreifenfahrers unterscheidet sich vom Windschutzschreiben-Atmer vor allem durch die im Laufe seiner zahlreichen Lebensjahre erworbenen Er-Fahr-ung. Während ersterer entweder erst seit zwei Wochen über eine Fahrerlaubnis verfügt oder diese zwar vor durchschnittlich 37 Jahren erworben, aber seitdem erst etwa 456 Autobahnkilometer absolviert hat, kann der Hutträger meist auf ca. 62,8 Jahre Fahrpraxis zurückblicken - sofern sein grauer oder grüner Star ihm dies erlaubt.
Den mittlerweile zu 79% eingeschränkten Sinneswahrnehmungen zum Trotz schätzt er sich selbst als souveränen Verkehrsteilnehmer ein, dessen einziges Problem in der Rücksichtlosigkeit der anderen Verkehrsteilnehmer zu suchen ist.
Den Mittelstreifen in Beschlag zu nehmen sieht er gleichzeitig als sein - durch jahrzehntelange Steuerzahlungen und Nutzung erworbenes - Gewohnheitsrecht und seinen Auftrag zur Regulierung des Straßenverkehrs durch gezieltes Ausbremsen und Schneiden gestresster Berufspendler.