22. September 2012

50f - maske.



maske. - 

hinter deinen ewig gleichen zügen
birgst du gedanken, gefühle, gesicht.
wahrhaftigkeit erlangt nur der,
der dahinter zu blicken vermag.

hamburg - reeperbahn - september 2012

6. September 2012

Ein Flirt, ein Blick... ein Limerick!





Ein Frauenversteher aus Nörten
verstand sich vortrefflich auf's Flirten.
    Im Kaffee war Arsen.
    Die Frau fand, er muss gehen,
weil seine Avancen sie störten.


5. September 2012

Das tote Pferd reiten

Heute ist mir dieser Ausdruck das erste Mal untergekommen. Im Radio. Und ich fand ihn spontan... grandios.
Zuerst, weil er mich zum Lachen brachte, als ich heute früh auf dem Weg zur Arbeit war und ein gesundes Lachen am Morgen ist schließlich nicht zu verachten.
Dann - fast unmittelbar im Anschluss - hielt dieses Bild, dieser Gedanke Einzug in meinen Kopf und verankerte sich dort.

"ein totes Pferd reiten"

Warum dieses leicht makabre Bild so schnell einen Platz in meinen Gedanken gefunden hat, ist klar:
Es ist genau das, was ich momentan tue. 
Ich reite ein totes Pferd.

Das "tote Pferd" ist mein Beruf. Ich "reite" es, weil ich jeden Tag zur Arbeit gehe und doch weiß, dass es nicht das ist, was mich glücklich macht. Dieser Beruf wird mich nirgendwo hinbringen, wo ich gerne sein möchte. Er ist so weit von dem entfernt, was ich mir für meine Zukunft erträume, wie er nur sein kann. 
Und dennoch mache ich weiter. 
Noch.

Der Gedanke an das tote Pferd ist längst nicht so deprimierend und hoffnungslos, wie es vielleicht den Anschein haben könnte. Im Gegenteil. Die Erkenntnis, dass dieser Ausdruck auf mich zutrifft, ist mit einem positiven Aspekt verbunden, der sich schlicht und ergreifend daraus ergibt, dass ich vor kurzem eine  - für mich - mehr als bedeutsame Entscheidung gefällt habe. Ich kann dazu stehen und sagen:

Ja, ich reite das tote Pferd

Denn ich weiß, dass ich in absehbarer Zeit "absteigen" werde. Was für mich lange Zeit nicht vorstellbar war, werde ich im nächsten Jahr in die Tat umsetzen. Ich werde mich in ein komplett anderes, vollkommen neues Berufsfeld wagen und alles Zaudern, Zweifeln und Verzagen über Bord werfen. 
Und das fühlt sich gut und richtig an.

Wie schon die Dakota Indianer in all ihrer Stammes-Weisheit wussten:

When you discover that you're riding a dead horse, the best strategy is to dismount.

In diesem Sinne: Für richtige Entscheidungen ist es nie zu spät.