31. Januar 2012

Neulich... im Blue Oyster Club

Madame Mim, Tracy Tornado und Loretta Lincoln waren sich einig:
Kein anderer Club in Downtown konnte mit ihrem Etablissement mithalten.
Der Blue Oyster Club hatte alles, die Musik, die Dekoration, die Atmosphäre und vor allem natürlich die Bühne. Jeden Abend traten hier die Ikonen der Szene auf. Angefangen von der "Fiesen Fatima", über die "Bärtige Berta" bis zu "Crazy Cookie", der von allen geliebten, kleinwüchsigen Sängerin.
Jeden Abend war die Bude gerammelt voll und all die Wesen der Nacht, die sich am Tage als Versicherungsangestellter, Gebäudereiniger, Börsenmanager oder Schreiner verdingten, drängten sich in Flitter, Glitter, Lack und Pailetten an der Bar, den Tischen und den Nischen.
Einst war das Blue Oyster ein chinesisches Restaurant gewesen. Das Ordnungsamt hatte den Fresstempel aber schließen müssen, nachdem besorgte Kunden den Verdacht geäußert hatten, dass der Besitzer Mr. Wong die Speisekarte um Haustiere aus der Nachbarschaft erweitert hatte. Madame Mim - im wahren Leben Manni Talbot - hatte den Laden anschließend zu einem Spottpreis erstehen können und dieses Kleinod der Travestiekunst daraus gemacht.
Alles war wunderbar. Ein Traum in violett und schwarz. Einzig die sanitären Anlagen bereiteten dem Geschäftsführer-Trio anfangs noch Sorgen. Bis Loretta die entscheidende Idee hatte. Aufgeregt präsentierte sie den beiden anderen ihre Neuerung in Sachen Toilettenbeschilderung...



Madame Mim, Loretta und Tracy blickten sich an. Das war ein neues Highlight.

Würden die Kunden genauso denken?
Würde die "Damentoilette" die neue Pilgerstätte der Clubbesucher werden oder würde es gar keiner registrieren.
Würde Crazy Cookie der genialen Idee einen ihrer Songs widmen?
Und wer designt eigentlich solche seltsamen - wenig eindeutigen - Symbolschilder?


Fragen über Fragen.

Erfahren sie mehr... über vollkommen andere Dinge, wenn es wieder heißt:

Neulich...

30. Januar 2012

Oh wie schick... ein Limerick!



Eine ledergegerbte Blondierte,
die sich generell nie genierte,
    starb tragischerweise
    nicht laut, sondern leise,
als sie eine Walze planierte.

29. Januar 2012

50f - kälte. zerrissen.



kälte. - 
fächer, blätter, farne aus eis
resublimiert auf blauem grund.
frostig-kristallene wellenkämme
glitzern im wintersonnenlicht

mein autodach - rheinland-pfalz - dezember 2011

***



zerrissen. -
wie amputiert stehst du da und gähnst in die leere,
die einmal ein teil von dir gewesen ist.
fetzen deinerselbst hängen blutleer und traurig herab, 
blicken ermattet ihrem unausweichlichen schicksal entgegen.

duisburg - abriss des ehemaligen textilhaus boecker - januar 2012



Was ist das Projekt 50f? Erfahrt mehr dazu HIER.

11. Januar 2012

noch kurz die welt retten...?

was ist dieses gefühl
- es ist innen, nicht außen -
dass etwas anderes,
größeres,
besseres
auf mich wartet, da draußen?

warum zwickt es mich
- es ist hartnäckig, stur -
lässt mich hadern,
verzweifeln,
jammern
und zaudern in einer tour?

zu klein, obwohl ich doch großes will?
zu zögerlich, mutlos, zu wenig, zu still?
warum den weg weitergehen, den man nicht liebt?
darin etwas suchen, was es nicht gibt?

doch wohin sich wenden
- ich weiß nicht wohin -
was das andere,
größere,
bessere
ist, weiß ich nicht. macht das sinn?



 

8. Januar 2012

50f - elektrisch.



elektrisch. - 
die seidenen fäden der sogenannten zivilisation
hängen an meinen ausgestreckten armen.
berge, täler und ebenen wie spinnweben überspannend
verbinde ich den abhängigen mensch der moderne.

huben - osttirol - januar 2012